Festgeldanlagen stehen in dem Ruf, besonders sicher zu sein. Diese Sicherheit müssen Anleger in der aktuellen Niedrigzinsphase allerdings mit äußerst mageren Zinsen für die Geldanlage bezahlen. Einige Geldinstitute zahlen erst ab einer Anlagedauer von mindestens 24 Monaten Zinsen auf das Kapital. Dessen ungeachtet bringt Festgeldsparen eine höhere Rendite als Sparbücher und Tagesgeldkonten. Grundsätzlich verlangen die meisten Banken unabhängig von der Laufzeit einen Mindestanlagebetrag für das Festgeld. Nur einige wenige Kreditinstitute verzichten auf die Mindestanlage. In der Regel handelt es sich dabei um ausländische Geldinstitute aus dem europäischen Raum, die dank des EU-Binnenmarktes ihre Dienstleistungen in allen Mitgliedsländern anbieten können.

 

Festgeldsparen ohne Mindestanlage

Festgeldsparen ohne Mindestanlage ist vor allem für Kleinsparer interessant, die nur geringe Geldbeträge für einen längeren Zeitraum entbehren können. Inländische Geldinstitute bieten diesen Service nicht oder nur in Ausnahmefällen an. Meist handelt es sich um europäische Direktbanken, die in Deutschland über Online-Plattformen erreicht werden können. Sparer müssen sich beim Festgeld ohne Mindestanlage in der Regel mit niedrigeren Zinsen zufriedengeben. Handelt es sich um ein ausländisches Geldinstitut, muss die Einlagensicherung berücksichtigt werden. Innerhalb der EU sichert der europäische Einlagensicherungsfonds das Vermögen der Sparer bis zu einer Höhe von 100.000 Euro ab. Außerhalb der EU gelten teilweise abweichende Regelungen.

Große Spreizungen bei der Mindestanlage

Beim Festgeld existieren in der Bankenlandschaft in Bezug auf die Mindestanlage große Spreizungen. Das Spektrum reicht 250 Euro bis 10.000 Euro. Insbesondere bei großen Beträgen sollten Sie genau prüfen, welcher Anlagezeitraum für Sie infrage kommt. Das Festgeldsparen unterscheidet sich vom Tagesgeldkonto dadurch, dass Sie während der gesamten Laufzeit nicht an das Geld kommen. Erst nach Ablauf der vertraglich festgelegten Spardauer steht Ihnen das Vermögen wieder zur Verfügung. Sollten innerhalb des Anlagezeitraumes größere Anschaffungen erforderlich werden, müssen Sie unter Umständen einen Kredit aufnehmen, der die Minirendite des Festgeldsparens schnell aufzehren kann. Andererseits zahlen viele inländische Banken erst ab einem Anlagehorizont von mindestens 24 Monaten Zinsen. Bei der Comdirect gehen Sparer bei einer 12-monatigen Festgeldanlage beispielsweise leer aus und erhalten gar keine Zinsgutschrift.

Einfluss der Zinshöhe auf die Rendite

Angesichts der dauerhaft niedrigen Leitzinsen im Euroraum eignet sich das Festgeldsparen nur für sicherheitsorientierte Anleger. Als exemplarisches Beispiel für die geringen Renditeerwartungen bei dieser Form der Geldanlage steht ein Vergleich zweier unterschiedlicher Zinsvarianten bei einem Anlagebetrag von 10.000 Euro. Bei einem Zinssatz von 0,5 Prozent für 12 Monate liegt die Zinsgutschrift am Ende der Laufzeit bei mageren 50 Euro. Finden Sie einen Anbieter, der Ihnen eine 1,5-prozentige Rendite bietet, belaufen sich die Erträge im gleichen Anlagezeitraum immerhin auf 150 Euro für den gleichen Betrag. Generell sollten Sie sich mit einem Festgeldvergleich einen Überblick über das aktuelle Marktgeschehen verschaffen. Ihre Entscheidung darf dabei nicht nur von hohen Zinsversprechen beeinflusst werden. Auch den Sicherheitsaspekt sollten Sie bei Ihren Überlegungen berücksichtigen.