Einige Menschen machen es vor und haben sich bewusst für ein Leben ohne Geld entschieden. Sie behaupten, glücklicher ohne die Konsumzwänge der Industriegesellschaft zu sein, die generell eine Einteilung in Besitzende und Besitzlose vornimmt. Viele Menschen, die sich für diesen Weg entschieden haben, wollten einfach die Fesseln der Konsumgesellschaft abstreifen. Zwischenmenschliche Werte und das gesellschaftliche Miteinander besitzen für sie einen höheren Wert, als das Streben nach Profit und Reichtum. Beim Einstieg in den geldlosen Alltag sind allerdings einige Probleme zu überwinden.

Die Suche nach einer kostenlosen Bleibe

Wer dauerhaft glücklich ohne Geld leben möchte, benötigt natürlich ein Dach über dem Kopf und die Suche nach einer kostenlosen Bleibe gehört zu den dringendsten Aufgaben. Freunde oder Eltern springen unter Umständen für eine gewisse Zeit ein und stellen nicht genutzten Wohnraum zur Verfügung. Zur Not tut es zunächst auch eine Gartenlaube auf dem Grundstück von Bekannten. Eine dauerhafte Lösung kann sich über ein Tauschgeschäft ergeben. Wer seine Arbeitskraft kostenlos zur Verfügung stellt, sei es für soziale Einrichtungen oder karitative Organisationen, findet unter Umständen eine kostenlose Herberge.

Containern zur Lebensmittelbeschaffung

Rund 82 Kilogramm Lebensmittel werden alljährlich in deutschen Privathaushalten weggeworfen. Zählt man die Produkte mit, die von Supermärkten aufgrund des Verfallsdatums entsorgt werden, kommt man auf ein Vielfaches dieser Summe. Obwohl das Containern, also das Suchen nach Lebensmitteln in den Abfallcontainern der Supermärkte nicht ganz legal ist, wird diese Art der Nahrungsmittelbeschaffung nicht nur von Obdachlosen praktiziert. Neben Obst, Gemüse, Joghurt und Konserven mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum finden sich auch verpacktes Brot, Fruchtsäfte und Nudelpackungen in den Abfallbehältern. Die Nachfrage lohnt sich auch in Bioläden, wo leicht verderbliche Ware sonst in Umsonstläden landet. Von dieser Praxis profitieren beide Seiten. Die Unternehmen sparen sich auf diese Weise die teure Entsorgung und Geldverweigerer kommen an kostenlose Nahrungsmittel.

 

Hier finden Sie einige Tipps zum Containern

Umsonstladen und Tauschhandel

Kleidung, Geschirr oder Haushaltswaren benötigen natürlich auch Menschen, die ohne Geld glücklich leben. Wer keine Freunde oder Verwandten hat, die gebrauchte Güter dieser Art zur Verfügung stellen, hat die Möglichkeit einen Umsonstladen aufzusuchen. Diese Geschäfte existieren in einigen deutschen Großstädten und bieten kostenlos Dinge des täglichen Bedarfs, die andere Leute aussortiert haben. Als Alternative bietet sich ein Tauschhandel an, wobei bestimmte Dienstleistungen im Tausch gegen dringend benötigte Waren erbracht werden. Die Tätigkeiten richten sich nach dem aktuellen Bedarf und den eigenen Fähigkeiten. Putzarbeiten, Gartenarbeit, Büroarbeiten oder Hausmeistertätigkeiten dienen vor diesem Hintergrund als Tauschobjekt.

Zahlreiche Menschen haben beiwiesen, dass ein glückliches Leben ohne Geld auch in einer konsumorientierten Gesellschaft möglich ist. Ein deutlicher Zugewinn an Lebensqualität ist für sie die Entschädigung für den freiwilligen Verzicht auf überteuerte Konsumgüter und Statussymbole.