Die steigenden finanziellen Belastungen für Empfänger kleiner und mittlerer Einkommen lassen die private Altersvorsorge zum Luxus werden. Zahlreiche Arbeitnehmer müssen jede Ausgabe zweimal überlegen und können sich Rücklagen für das Rentenalter kaum leisten. Eine beunruhigende Tendenz, wenn man berücksichtigt, dass laut Bundesarbeitsministerium jeder Dritte in Zukunft mit einer Rente unterhalb der Grundsicherung auskommen muss.

Weiterarbeiten im Rentenalter

Zahlreiche Rentner kommen mit ihrer staatlichen Rente nicht aus und gehen bis ins hohe Alter weiter einer beruflichen Tätigkeit nach. Sozialforscher beklagen, dass vor allem in der Gruppe der gering Qualifizierten der Trend zum Weiterarbeiten weiter zunimmt. Vielen Rentnern bleibt gar keine andere Wahl. Sie sind auf das zusätzliche Einkommen angwiesen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Dabei nehmen viele Rentner Einschnitte in das Lebensniveau hin. Aktuell halten die Bürger eine Zunahme der Altersarmut durchaus für wahrscheinlich. Damit eine Aufstockung der Geringrente überhaupt infrage kommt, müssen mehrere Bedingungen erfüllt sein. Auf der einen Seite müssen mindestens 30 Jahre Erwerbstätigkeit nachgewiesen werden, auf der anderen Seite muss der Nachweis erbracht werden, dass eigenverantwortlich Altersvorsorge betrieben wurde. Mindestens für den Zeitraum der letzten fünf Berufsjahre müssen Antragsteller nachweisen, dass regelmäßig Beträge in die private Altersvorsorge geflossen sind. Diese finanziellen Mittel sind bei Geringverdienern gar nicht vorhanden.

Jeder Sechste hat kein Geld für die Altersvorsorge

Berücksichtigt man, dass Deutschland zu den reichsten Nationen weltweit gehört, ist es ein Armutszeugnis, dass jeder Sechste kein Geld für die Altersvorsorge zurücklegen kann. Rund 16 Prozent der Erwerbstätigen verfügen nach eigener Angabe über keine finanziellen Mittel, um für das Alter zu sparen. Betroffen sind vor allem Personen in den unteren Einkommenskategorien. Bei der Gruppe, die weniger als 1.000 Euro im Monat zur Verfügung hat, liegt der Anteil der Nichtsparer bei mehr als 50 Prozent. Besonders ausgeprägt ist die Abneigung gegen die private Altersvorsorge bei der Gruppe der 14-29-Jährigen. Bei den Jungen geht es nicht vorrangig darum, dass die finanziellen Mittel fehlen. Dort ist es eher Desinteresse, Verantwortung für die finanzielle Absicherung im Alter zu übernehmen.

Trotzdem: Private Vorsorge ist unerlässlich

So traurig es ist: Fest steht, dass die Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung für die meisten Personen im Alter nicht ausreichen, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Im Schnitt stockt der Staat die Rente auf maximal 690 Euro auf. Im Einzelfall wird genau geprüft. Die Frage, ob es sich für Geringverdiener unter diesen Bedingungen überhaupt lohnt, private Vorsorge zu betreiben, hängt auch vom Alter der Betroffenen ab. Alle Zusatzeinkünfte werden auf die Grundsicherung angerechnet. Da jedoch niemand abschätzen kann, ob und wie lange es die Grundsicherung in der jetzigen Form noch geben wird, ist private Altersvorsorge auch mit Minibeträgen durchaus sinnvoll.

 

Ergänzungen zur gesetzlichen Rentenversicherung

Eine Möglichkeit, Geld für das Alter anzusparen, bietet sich Arbeitnehmern mit der Betriebsrente. Bei einem kostengünstigen Vertrag und bei Zuschüssen durch den Arbeitgeber ist diese Variante der Altersvorsorge durchaus attraktiv. Das Gleiche gilt für Vermögenswirksame Leistungen, die der Arbeitgeber zahlt. Die Sparpläne können flexibel gestaltet werden. Zwar genießt die Riester-Rente nicht den besten Ruf, doch für Familien mit Kindern ist diese Form der privaten Altersvorsorge durchaus akzeptabel. Mit Kindern profitieren Sie von hohen staatlichen Zuschüssen. Gegen diese Form der Altersvorsorge spricht die lange Laufzeit, da die Verträge in der Regel nicht vorfristig gekündigt werden können.

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