Personen, die privat versichert sind und arbeitslos werden, müssen grundsätzlich in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln, solange sie ALG I beziehen. Ob zuvor ein Angestelltenverhältnis bestanden hat oder ob die Betroffenen selbstständig tätig waren, spielt keine Rolle. Die gesetzliche Regelung dazu finden Sie im Fünften Buch des Sozialgesetzbuches unter § 5 Absatz 1 Nr. 2. Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie sich von der Wechselpflicht in die GKV befreien lassen.

 

Wechsel in die GKV für Bezieher von ALG I

In Deutschland gibt es eine gesetzliche Pflicht zum Abschluss einer Krankenversicherung. Arbeitnehmer oder Selbstständige, die in der privaten Krankenversicherung waren und arbeitslos werden, müssen in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln. Die Kasse können Sie selbst auswählen und innerhalb von zwei Wochen eine Mitgliedsbescheinigung bei der Agentur für Arbeit vorlegen. Versäumen Sie die Frist, wählt das Arbeitsamt eine GKV für Sie aus und meldet Sie dort an. Erfolgt die Meldung der Arbeitslosigkeit bei der privaten Krankenversicherung fristgerecht, ist die Kasse verpflichtet, das Vertragsverhältnis zu beenden. Damit Sie nicht die Rückstellungen bei einem späteren Wechsel zurück verlieren, lassen Sie den Versicherungsschutz in eine Anwartschaft umstellen.

Befreiung von der Pflichtversicherung in der GKV

Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie sich von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenkasse befreien lassen, wenn Sie arbeitslos werden. Um diese Option nutzen zu können, müssen Sie mindestens fünf Jahre vor dem Bezug von Arbeitslosengeld I privat versichert gewesen sein. Diesen Schritt sollten Sie allerdings gründlich überlegen. Insbesondere für allein verdienende Ehepartner mit Kindern ist der Wechsel in die GKV der bessere Weg. Lohnen kann sich der Verbleib in der PKV in einem Haushalt mit Doppelverdienern und für Singles. Entscheiden Sie sich für die Anwartschaft, bleiben die alten Konditionen bei der privaten Krankenversicherung erhalten und Sie müssen sich keiner zusätzlichen Gesundheitsprüfung unterziehen. Wichtig ist die Einhaltung der Meldefristen. Sofern Sie einen Verbleib in der PKV anstreben, muss der Befreiungsantrag bei der gesetzlichen Krankenkasse drei Monate nach Beginn der Arbeitslosigkeit gestellt werden. Anderenfalls wird dem Antrag nicht stattgegeben. Das Arbeitsamt zahlt dann einen Zuschuss zu Ihrer PKV.

Besondere Bestimmungen bei Arbeitslosigkeit

Privat Versicherte, die die Altersgrenze von 55 Jahren überschritten haben, können nicht mehr in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln. Auch bei Arbeitslosigkeit bleibt dieser Bevölkerungsgruppe der Schritt verwehrt. Ausnahmeregelungen greifen nur, wenn Sie in den letzten fünf Jahren mindestens einen Tag in der GKV versichert waren. Nachdem das ALG I ausgelaufen ist, besteht keine Versicherungspflicht mehr in der gesetzlichen Krankenversicherung. Haben Sie einen neuen Job, in dem Ihr Jahresgehalt unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt, bleiben Sie in der gesetzlichen Krankenversicherung. Sollte Ihr Verdienst über der Bemessungsgrenze liegen, haben Sie die Wahl zwischen einem Verbleib in der GKV oder einem Wechsel in die private Krankenversicherung.

 

Sollten Sie keinen neuen Job nach dem Auslaufen des ALG I gefunden haben, werden Sie Leistungsempfänger von Hartz IV. Sind Sie privat versichert, zahlt die Agentur für Arbeit einen Beitragszuschuss in Höhe des gesetzlichen Pflichtversicherungsbeitrages. Zur Kündigung des Vertrages ist Ihr Anbieter einer privaten Krankenversicherung nicht berechtigt, wenn Sie ALG II beziehen. Auch die Leistungen dürfen nicht ruhend gestellt werden.

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