Ein Studium bringt viele Studenten an die Grenzen der finanziellen Belastbarkeit. Neben der Anschaffung von Lehrmaterialien schlagen Kosten für Studiengebühren und die Unterkunft während des Studiums zu Buche. Zwar gibt es mit dem BAföG eine Form der staatlichen Förderung für Studierende, doch in den meisten Fällen sind Nebenjobs unerlässlich, um die laufenden Kosten zu abzudecken. Kommt noch ein Auslandssemester an einer europäischen Universität hinzu, stellt sich für die meisten Studenten die Frage nach der Finanzierbarkeit. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Eltern aufgrund geringer Einkommen nicht zum Lebensunterhalt der Studierenden beitragen können. In diesen und anderen Fällen bieten sich verschiedene Formen von Studentenkrediten als Lösung an. Wenn mann schon im Ausland ist ist ein Kredit im Ausland vielleicht auch noch eine Möglichkeit.

 

Studentenkredit von der Bank

Zahlreiche Banken haben Studenten als solvente Kunden der Zukunft identifiziert und bieten maßgeschneiderte Darlehen für diese Personengruppe an. Die Kredite sind auf Studenten ohne Einkommen zugeschnitten und auf hohe Zinszahlungen aufgrund des fehlenden Einkommens wird in der Regel verzichtet. Mehrheitlich werden die Darlehen unabhängig von der Höhe des elterlichen Einkommens gewährt. Grundsätzlich sind die Maximalbeträge gedeckelt und die Auszahlungsmodalitäten sind frei wählbar. Ein Studentenkredit von einem Geldinstitut der Privatwirtschaft kann in monatlichen Raten zu mehreren Hundert Euro oder mit einer Einmalzahlung ausgezahlt werden. Einige Banken vergeben nur an Studierende mit einem Alter unter 30 Jahren den Studentenkredit. Bei diesem Darlehen sollte vor der Vertragsunterzeichnung ein umfassender Vergleich durchgeführt werden, um das passende Angebot herauszufiltern.

Bildungskredit – staatlich subventioniertes Darlehen für Studenten

Günstiger als ein Studentenkredit von einem Unternehmen der Privatwirtschaft ist der sogenannte Bildungskredit, der staatlich subventioniert wird. Das Darlehen gibt es seit dem Jahr 2001 und wurde ins Leben gerufen, um Studierenden einen zügigen Abschluss des Studiums und eine Finanzierung der erforderlichen Maßnahmen zu ermöglichen. Die Mittel aus dem Bildungskreditprogramm des Bundes können unabhängig vom Einkommen der Eltern beantragt werden. Da es sich beim Bildungskredit um eine staatliche Unterstützung handelt, ist die Vergabe des Darlehens an bestimmte Bedingungen geknüpft.

 

Voraussetzungen für den Bildungskredit

Ein Bildungskredit kann nur von Studierenden beantragt werden, die sich bereits in einer fortgeschrittenen Studienphase befinden. Für die Bewilligung müssen die Antragsteller mindestens eine Zwischenprüfung erfolgreich bestanden habe, sich in einem Master- oder Diplomstudiengang befinden oder ein Zusatz- oder Ergänzungsstudiengang belegen, der auf einem Grundstudium aufbaut. Eine weitere Voraussetzung ist Volljährigkeit und die Tatsache, dass der Studierende das 36. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Der Bildungskredit ist in der Höhe auf einen Betrag von 7.200 Euro begrenzt und wird in monatlichen Raten von 100, 200 oder 300 Euro ausgezahlt. Können die Antragsteller ausbildungsbezogene Aufwendungen nachweisen, ist eine Einmalzahlung in Höhe von 3.600 Euro möglich. Mehr Infos findest du hier: Bund.de: Bildungskredit.

Rückzahlung des Bildungskredites

Da es sich beim Bildungskredit dem Charakter nach um einen Ratenkredit handelt, besteht Rückzahlpflicht für die Studierenden. Die erste Rate wird frühestens vier Jahre nach der Auszahlung der ersten Kreditrate fällig und schlägt mit einer monatlichen Belastung in Höhe von 120 Euro zu Buche. Zu den Vorteilen bei den Rückzahlmodalitäten gehört die Tatsache, dass jederzeit Sondertilgungen in unbegrenzter Höhe möglich sind. Anders als bei einem Studentenkredit von den Banken und Sparkassen fällt keine Vorfälligkeitsentschädigung an. Der Zinssatz für den Bildungskredit ist variabel und richtet sich nach den marktüblichen Zinssätzen. Da der deutsche Staat für diese Form des Studentendarlehens eine Bundesgarantie übernimmt, liegen die Zinssätze am unteren Ende der Skala. Bei einem Zahlungsverzug übernimmt das Bundesverwaltungsamt das Einziehen der offenen Forderungen.