Es ist eine oft wiederkehrende Diskussion: kann man besser ein Haus kaufen oder mieten? Die Debatte wird nicht einfacher, da sich der Wohnungsmarkt verschärft und die Hauspreise in einigen Teilen des Landes in die Höhe schnellen. Wir betrachten die Unterschiede zwischen Mieten und Kaufen und geben unseren Fazit.

 

Wohnung kaufen oder mieten: die Debatte

Eine oft debattierte Frage in Deutschland ist, ob die Miete besser ist als der Kauf eines Hauses. Über die Hälfte der Deutschen mietet. In Deutschland liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis für den Kauf eines Hauses zwischen 1860 Euro (Häuser) und 2710 Euro (Wohnungen), während der durchschnittliche Quadratmeterpreis für die Miete eines Hauses zwischen 8 Euro und 9,50 Euro liegt. Aber wie vergleicht man diese Zahlen nun miteinander? Die Realität ist, dass es zwei Seiten des Themas gibt.

Quelle: Immowelt.de

 

Quelle: Statista

Wohnung mieten: Vor- und Nachteile

Sehen wir uns mal an, wie Vermietung funktioniert. Sie suchen nach einem Haus, bekommen einen Mietvertrag und leisten dann monatliche Zahlungen.

Vorteile einer Mietwohnung

  • Geringeres Startkapital benötigt: Die Mietkaution darf höchstens drei Monatsnettokaltmieten beträgen.
  • Mieten ist flexibeler: Zum Beispiel, wenn Sie einen neuen Job am anderen Ende Deutschlands bekommen, können Sie immer Ihren Mietvertrag kündigen und in eine neue Mietwohnung vorort ziehen. Dies ist eine Herausforderung, wenn Sie Ihr eigenes Haus besitzen oder wenn Sie eine Hypothek für Ihr Haus bezahlen. Der Verkauf eines Hauses kann schwierig sein, wenn Sie umziehen wollen.
  • Grundsteuern schon in der Miete enthalten: Da Sie das Haus nicht direkt besitzen, sind Sie nicht für die Zahlung von Grundsteuern verantwortlich. Natürlich sind die Steuern in der Miete enthalten, die Sie zahlen, aber Sie müssen sie nicht selbst bezahlen.
  • Irreparable Schäden lediglich Grund zum umziehen: Schließlich, wenn es einen strukturellen Schaden am Haus gibt, werden Sie einfach in ein anderes Haus ziehen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Naturkatastrophe wie ein Hurrikan.
  • Mieterschutz: Als Wohnungsmieter sind sie durch das Kündigungsrecht geschützt. Mietverträge sind in Deutschland außerdem im Grunde genommen unbefristet. Wenn Sie Ihren Job verlieren, verliert man nicht unbedingt Ihre Wohnung, vorausgesetzt, Sie mieten nicht teurer, als Sie Arbeitslosengeld zahlen können.

Nachteile der Vermietung eines Hauses

  • Keine Investition: Sie besitzen das Haus nicht, was bedeutet, dass Sie nicht profitieren, wenn sein Wert steigt. Darüberhinaus werden Sie Ihr Geld nie zurückbekommen.
  • Keine Vorteile von Werterhöhung: Eigene Wohnungsverbesserung ist auch keine Investition: man kann nur dann und wann davon genießen, aber haben kein Vorteil vom gestiegenen Wert der Wohnung. Oft hat das zur Folge, dass man Mietwohnungen auch weniger durchentwickelt während Bewohnung.
  • **Mieterhöhungen*: Sie haben keine Kontrolle über die Miete, die Sie zahlen. Die Hausbesitzer können die Miete nach Belieben (im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen) erhöhen.
  • Mieterhöhungen: Die Mieten sind das letzte Jahrzent sehr gestiegen (in Berlin bis zu 90%!), während die Kreditzinsen historisch niedrig sind, was günstig ist für Käufer.

Vor- und Nachteile eines Eigenhauses

In zwanzig Jahren wirst du mehr enttäuscht sein von den Dingen, die du nicht getan hast, als von denen, die du getan hast. Also wirf die Pisten ab. Segeln Sie vom sicheren Hafen weg. Fange die Passatwinde in deinen Segeln. Erkunden. Träumen. Entdecken. – Mark Twain

Es gibt zwei beliebte Methoden, um ein Haus zu kaufen. Wenn Sie das Geld haben, können Sie das Haus bar bezahlen – eine Seltenheit mit den heutigen Häuserpreisen. Wenn Sie, als bloßer Sterblicher, nicht das ganze Bargeld griffbereit haben, können Sie eine Hypothek aufnehmen.

In den Vereinigten Staaten gibt es mehr als 52 Millionen Hypothekenkonten. Die ausstehende Hypothekenschuld beträgt mehr als 8,94 Millionen Dollar. Daher ist es klar, dass die meisten Amerikaner es vorziehen, eine Hypothek aufzunehmen.

Die Vorteile des Kaufs eines Hauses sind:

  • Eine Investition: Das Haus, das Sie besitzen, ist eine Investition. Sein Wert steigt mit steigender Nachfrage. Aber könnte auch durchaus sinken.
  • Werterhöhung: Ja der Kaufpreise können schwanken, aber wenn Sie ein praktischer Heimwerker sind, können Sie den Wert der Kaufwohnung bleibend erhöhen (bei einer Mietwohnung nicht möglich).
  • Vorteile Neubau: Wenn Sie ein Eigentumshaus neubauen, haben Sie die Möglichkeit, die neuesten Isoliertechniken anzuwenden. Auch brauchen (gute) Neubauten noch nicht viel Pflege.
  • Keine Mieterhöhung: Wenn Sie auf einer Hypothek sind, können Sie den Geldbetrag vorhersagen, den Sie jeden Monat zahlen werden. Dies ist anders als wenn Sie mieten, wo Ihr Vermieter die Miete nach Belieben erhöhen kann.
  • Zweite Hypothek: Wenn Sie ein Haus besitzen, können Sie leicht ein Darlehen gegen das Haus aufnehmen. Dies ist bekannt als ein Heim-Equity-Darlehen.
  • Steuervorteile: Viele Staaten haben mehrere Steuervorteile mit dem Ziel eingeführt, das Wohneigentum in ihren Staaten zu fördern.
  • Alterssicherung: Wenn Sie ein Haus besitzen – also nach Rückzahlung – haben Sie die Gewissheit, dass Sie einen Ort haben, den Sie Zuhause nennen können, wenn Sie in Rente gehen oder Ihren Job verlieren.
  • Niedrige Zinsen: Die Kreditzinsen sind historisch niedrig, was günstig ist für Käufer, während die Mieten das letzte Jahrzent sehr gestiegen sind (in Berlin bis zu 90%!). Durchschnittlich gerade mal 1,33 Prozent Zinsen pro Jahr kostet derzeit ein Immobilienkredit, wenn die Zinsen für zehn Jahre fest bleiben sollen. (Spiegel Online, 11.12.2019)

Die Nachteile beim Kauf eines Hauses

  • Startkapital: Der Geldbetrag, den Sie benötigen, um ein Haus zu kaufen, ist oft sehr hoch. Nur sehr wenigen können es sich leisten, ein Haus in bar zu kaufen.
  • Investitionsrisiko: Obwohl die Häuserpreise in Großstädten wie München und Hamburg stark gestiegen sind, sind sie in ländlichen Gebieten gesunken. Führende Ökonomen erwarten ebenfalls eine Rezession.
  • Unsicherheit während Rückzahlung: Wenn Sie einen Hypothek haben und Ihren Job verlieren, haben Sie einen großen Schuld. Dies bedeutet, dass Ihr Haus wieder in Besitz genommen wird, was Sie zwingen wird, Konkurs anzumelden. Am Ende ist ein Hypothek nicht nur ein Sparplan, sondern auch ein Kredit.
  • Unerreichbares Kapital: Der Wert Ihres Hauses – und das Nettovermögen – kann bei einer Finanz- oder Umweltkrise sinken. Schließlich, als ein illiquider Vermögenswert, könnte es für Sie schwierig sein, das Haus zu verkaufen, wenn Sie es brauchen.
  • Risiken eines Neubauprojektes: Sie dauern immer langer als geplant, wenn sie überhaupt je zu Ende geht. Inzwischen zahlt man doppelt: für den Neubau und für die Wohnung, in der man lebt.

Große regionale Unterschiede

Die Mieten sind in Berlin in den letzten Jahrzent mit 90 Prozent gestiegen. In Rostock sind die Mieten in einem Jahr mit 10 Prozent gesunken. Das Gleiche passiert mit Kaufwohnungen:

Quelle: Die Welt

Eigentümergemeinschaft vs. Hausherr

Bei Kaufwohnungen haben Sie es mit einer Wohnungseigentümerversammlung zu tun. Das kann gut oder schlecht sein, aber es ist wichtig, sich die Situation anzusehen (z.B. gibt es einen Streit zwischen den Mitgliedern, wie viel in der Kasse ist, wie viel ausgegeben werden soll, wie schnell wird die Sache erledigt). Als Hausbesitzer brauchen Sie Kenntnisse der Umgebung, damit Sie die richtigen Leute für die jeweilige Wartungsarbeit finden.

Mietwonungen haben Vermieter, mit dem man Glück haben kann oder nicht. Wenn Sie es getroffen haben mit einem guten Hausherr, brauchen Sie sich kaum Sorgen um die Wohnung zu machen. Das ist vor allem besonders nützlich, wenn Sie irgendwo leben, wo Sie kein Netzwerk haben. Wenn Sie im Ausland leben, ist es überhaupt ratsam, zuerst eine Zeit zu mieten. Es ist viel einfacher, getäuscht zu werden. Wenn Sie mieten, ist das natürlich auch möglich, aber der Schaden ist wesentlich geringer.

Mieten vs. Kaufen: Die Schlussfolgerung

Die Frage, ob man ein Haus kaufen oder mieten soll, gibt es schon seit Jahrzehnten. In diesem Artikel haben wir uns mit den wichtigsten Vor- und Nachteilen jeder der Strategien beschäftigt. Obwohl es seine eigenen Nachteile hat, glauben wir, dass der Kauf eines Hauses etwas besser ist. Wenn Sie als Mieter aber Ihr Spargeld klug und sicher investieren, könnte mieten finanziell fast so gut sein wie kaufen.

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