Wasserschaden in der Mietwohnung: Wer zahlt?

Wer zahlt den Wasserschaden in der Mietwohnung? Durch den Klimawandel werden wir in Deutschland häufiger mit extremen Niederschlagsereignissen konfrontiert sein. Ein Wasserschaden in einem Mietobjekt kann erhebliche Kosten verursachen, sowohl für Sie als auch, wenn nicht rechtzeitig gestoppt, für Ihre Nachbarn.

Wer zahlt Wasserschaden in Ihrer Mietwohnung?

  • Die Gebäudeversicherung des Vermieters zahlt für Wasserschaden an der Wohnung durch Defekte an fest installierten Teilen wie Rohren.
  • Die Gebäudeversicherung zahlt auch für Wasserschaden an der Wohnung wenn Sie Schuld sind.
  • Die Gebäudeversicherung zahlt jedoch nicht bei Hochwasser, einem reparaturbedürftigen Dach oder einem zerborstenen Aquarium.
  • Die Hausratversicherung zahlt für von Ihnen verursachten Wasserschaden am Hausrat.
  • Die Haftpflichtversicherung zahlt für von Ihnen verursachten Wasserschaden am Nachbarhaus.

Kostenübernahme: Es gilt das Verursacherprinzip

Nach einem Wasserschaden in der Mietwohnung stellt sich die Frage, wer die Kosten übernimmt. Versicherungen springen in der Regel ein, aber ob sie das tun, hängt von der Ursache, dem Ort und ob der Schaden fahrlässig verursacht wurde ab.

Generell wird nach dem Verursacherprinzip entschieden.

Für Mieter ist es wichtig, zu beweisen, dass der Schaden nicht von ihnen verursacht wurde. Sind Sie nicht Schuld, dann reguliert die Versicherung den Schaden und kommt für die entstandenen Kosten auf.

Unabhängig von der Schuldfrage muss der Vermieter die Wasserschäden in der Mietwohnung schnellstmöglich beheben lassen. Diese Verpflichtung ist dem Bürgerlichen Gesetzbuch zu entnehmen, wo unter § 535 die Inhalte und Hauptpflichten des Mietvertrages beschrieben sind.

Beispiele für einen unverschuldet hervorgerufenen Wasserschaden

  • Rohrbruch einer Trink- oder Abwasserleitung
  • Geplatztes Ventil durch Materialermüdung
  • Verstopftes Abflussrohr

Gebäudeversicherung des Vermieters

Die Gebäudeversicherung des Vermieters reguliert Schäden an Ihrem Eigentum, die durch fest installierte Teile im Objekt wie Trink- und Abwasserleitungen entstehen. Der klassische Fall ist ein Rohrbruch, der nicht sofort bemerkt wird.

Probleme gibt es bei der Schadensregulierung, wenn das Wasser von außen in das Gebäude eindringt. In der Regel gibt es einen Haftungsausschluss bei Hochwasser, bei einem reparaturbedürftigen Dach und einem zerborstenen Aquarium.

Generell wird dem Mieter ein Teil der Kosten für die Gebäudeversicherung über die Betriebskosten in Rechnung gestellt. Dies hat Auswirkungen bei einem Schaden, den der Mieter leicht fahrlässig verursacht hat. In diesem Fall ist der Vermieter verpflichtet, die Gebäudeversicherung in Haftung zu nehmen und nicht den Mieter.

Hausratversicherung und Privathaftpflicht

Bei einem vom Mieter verursachten Wasserschaden, der beispielsweise durch eine ausgelaufene Waschmaschine oder einen defekten Geschirrspüler ausgelöst wird, zahlt die Hausratversicherung des Mieters. Sie übernimmt die Kosten für den Bodenbelag, beschädigte Möbelstücke und defekte Elektrogeräte.

Darüber hinaus kommt sie für die Kosten eines Hotelaufenthaltes auf, wenn die Wohnung für einen bestimmten Zeitraum nicht bewohnbar ist, und sie übernimmt die Kosten für die Instandsetzung der Wohnung nach einem Wasserschaden.

Privathaftpflicht

Hat das ausgelaufene Wasser Schäden an fremdem Eigentum, etwa in der darunterliegenden Wohnung verursacht, springt die Privathaftpflicht des Verursachers ein. Allerdings muss die Schuldfrage eindeutig geklärt sein.

Mietminderung bei einem Wasserschaden

Feuchtigkeit in den Wänden kann zu Schimmelbildung und einer gesundheitlichen Bedrohung werden. Wenn der Mieter den Schaden nicht verursacht hat, kann er eine Minderungsquote beantragen, die von der Auswirkung abhängt.

Hier entscheidet der Einzelfall über die prozentuale Höhe der Mietminderung. Gesetzlich ist nur geregelt, dass der Mieter im Falle einer Beeinträchtigung die Miete angemessen mindern kann.

In den zurückliegenden Jahrzehnten ergingen verschiedene Urteile zur Mietminderung bei einem Wasserschaden. In Abhängigkeit von der Schwere eines Wasserschadens setzten die Gerichte eine Mietminderung zwischen 3 und 25 Prozent fest.

Musterbrief zur Mietminderung

FiFi Finance ist eine Finanz-Website. Wir sind eine Online-Ressource für alle, die mehr über Finanzangelegenheiten erfahren möchten. Wir bieten Informationen zu Themen wie Bankkonten, Anlagen, Krediten und persönlicher Finanzverwaltung. Unsere Mission ist klar; wir wollen dazu beitragen, die Finanzbildung zu verbessern, indem Finanzen für alle funktionieren. Ihr Feedback wird geschätzt. Lesen Sie mehr über uns.