Ein Wasserschaden in einer Mietwohnung ist nicht nur ein Ärgernis für alle Beteiligten, er kann auch enorme Schäden verursachen. Wasser sucht sich seinen Weg und durchdringt Mauerwerk und Decken. Erhebliche Schäden kann ein Wasserschaden auch an den Einrichtungsgegenständen in der Wohnung verursachen. Wird das austretende Wasser nicht gestoppt, kann auch das Eigentum der Nachbarn in Mitleidenschaft gezogen werden. Vor diesem Hintergrund stellt sich automatisch die Frage: Wer zahlt den Wasserschaden in der Mietwohnung?

 

Kostenübernahme: Es gilt das Verursacherprinzip

Nach einem Wasserschaden in der Mietwohnung stellt sich die Frage nach der Kostenübernahme. Grundsätzlich springen Versicherungen ein, um den entstandenen Schaden zu regulieren. Dies gilt jedoch nicht ausnahmslos. Die Schadensregulierung durch eine Versicherung hängt maßgeblich von der Ursache des Wasserschadens, dem Entstehungsort und der Frage ab, ob der Schaden fahrlässig verursacht wurde. Generell wird nach dem Verursacherprinzip entschieden. Das bedeutet für Sie als Mieter: Es ist relevant, ob Sie den Schaden verursacht haben oder ob Sie am Entstehen des Wasserschadens schuldlos sind. Generell müssen Sie als Mieter nachweisen, dass der Wasserschaden in der Mietwohnung nicht von Ihnen verursacht wurde. Beispiele für einen unverschuldet hervorgerufenen Wasserschaden sind:

  • Rohrbruch einer Trink- oder Abwasserleitung
  • geplatztes Ventil durch Materialermüdung
  • verstopftes Abflussrohr

Bei einem von Ihnen nicht verschuldeten Schaden reguliert die Versicherung des Verursachers den Schaden und kommt für die entstandenen Kosten auf. Unabhängig von der Schuldfrage muss der Vermieter die Wasserschäden in der Mietwohnung schnellstmöglich beheben lassen. Diese Verpflichtung ist dem Bürgerlichen Gesetzbuch zu entnehmen, wo unter § 535 die Inhalte und Hauptpflichten des Mietvertrages beschrieben sind.

Gebäudeversicherung des Vermieters

Die Gebäudeversicherung des Vermieters reguliert Schäden an Ihrem Eigentum, die durch fest installierte Teile im Objekt wie Trink- und Abwasserleitungen entstehen. Der klassische Fall ist ein Rohrbruch, der nicht sofort bemerkt wird. Probleme gibt es bei der Schadensregulierung, wenn das Wasser von außen in das Gebäude eindringt. In der Regel gibt es einen Haftungsausschluss bei Hochwasser, bei einem reparaturbedürftigen Dach und einem zerborstenen Aquarium. Generell wird dem Mieter ein Teil der Kosten für die Gebäudeversicherung über die Betriebskosten in Rechnung gestellt. Dies hat Auswirkungen bei einem Schaden, den der Mieter leicht fahrlässig verursacht hat. In diesem Fall ist der Vermieter verpflichtet, die Gebäudeversicherung in Haftung zu nehmen und nicht den Mieter.

 

Hausratversicherung und Privathaftpflicht

Bei einem vom Mieter verursachten Wasserschaden, der beispielsweise durch eine ausgelaufene Waschmaschine oder einen defekten Geschirrspüler ausgelöst wird, zahlt die Hausratversicherung. Sie übernimmt die Kosten für den Bodenbelag, beschädigte Möbelstücke und defekte Elektrogeräte. Darüber hinaus kommt sie für die Kosten eines Hotelaufenthaltes auf, wenn die Wohnung für einen bestimmten Zeitraum nicht bewohnbar ist, und sie übernimmt die Kosten für die Instandsetzung der Wohnung nach einem Wasserschaden. Hat das ausgelaufene Wasser Schäden an fremdem Eigentum, etwa in der darunterliegenden Wohnung verursacht, springt die Privathaftpflicht des Verursachers ein. Allerdings muss die Schuldfrage eindeutig geklärt sein.

Mietminderung bei einem Wasserschaden

Feuchtigkeit in den Wänden führt über kurz oder lang zur Schimmelbildung und wird auf diese Weise zu einer gesundheitlichen Bedrohung für die Mieter. Vorausgesetzt der Mieter hat den Wasserschaden nicht verursacht, kann er eine Minderungsquote geltend machen, die sich am Ausmaß der Gebrauchsbeeinträchtigung bemisst. Hier entscheidet der Einzelfall über die prozentuale Höhe der Mietminderung. Gesetzlich ist nur geregelt, dass der Mieter im Falle einer Beeinträchtigung die Miete angemessen mindern kann. In den zurückliegenden Jahren und Jahrzehnten ergingen verschiedene Urteile zur Mietminderung bei einem Wasserschaden. In Abhängigkeit von der Schwere eines Wasserschadens setzten die Gerichte eine Mietminderung zwischen 3 und 25 Prozent fest. Einen Musterbrief zur Mietminderung finden Sie unter folgendem Link: http://mietminderungstabelle.de/musterschreiben-fuer-mietminderung-und-mangelanzeige.html