Seit dem 1. Januar 2009 besteht in Deutschland eine allgemeine Pflicht zur Krankenversicherung. Das bedeutet, dass jeder Bürger verpflichtet ist, eine Krankenversicherung abzuschließen. Zwar haben Arbeitnehmer und Angestellte mit einem entsprechenden Einkommen die Wahl zwischen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung (PKV), doch der Verzicht auf den Schutz ist nicht mehr möglich.

 

Nicht krankenversichert Strafe

Krankenversicherung ist also Pflicht, aber trotzdem ist es nicht strafbar, sich nicht zu versichern. Nicht zahlen kann aber kostspielig werden: außer den selbst zu zahlen Behandlungskosten, muss man einen Säumniszuschlag von 43 Euro als Nachzahlung pro Monat zahlen.

Berufsgruppen wie Selbstständige und Freiberufler müssen sich in der privaten Krankenversicherung versichern. Bei Angehörigen dieser Berufsgruppen mit einer negativen Bonität gestaltet sich die Suche nach einer Versicherung häufig schwierig. Denn bei einem negativen Schufa-Eintrag lehnen die privaten Krankenversicherer den Antrag oft ab.

 

Private Krankenversicherung trotz Schufa

Es ist nicht einfach eine private Krankenversicherung ohne Schufa abzuschliessen. Früher konnten die Versicherungen Schuldner einfach kündigen, aber seit dem Jahre 2009 ist dies mit einem enormen Aufwand verbunden und in den meisten Fällen gar nicht mehr möglich. Als Notbehelf stufen die Versicherungsfirmen die Nichtzahlenden in einem Basistarif ein, mit einem deutlich reduzierten Leistungsumfang.

PKV ohne Schufa ist also nicht möglich, aber PKV trotz Schufa schon. Folglich tragen in diesem Fall jedoch die Kosten für zum Beispiel eine Notfallbehandlung alle Versicherten, was sich in steigenden Beiträgen niederschlägt. Und das führt wieder zu strengeren Auswahlverfahren: ein Teufelskreis.

Basistarif der PKV als Alternative

Der Basistarif der PKV wurde eingerichtet, um denjenigen Privatversicherten zu helfen, die finanziell nachweislich nicht in der Lage sind, die Beiträge für einen Standardtarif aufzubringen oder lange Zeit nicht krankenversichert waren. Dennoch ist die PKV teuerer als die – für diese Leute unzugängliche – gesetzliche Krankenversicherung (GKV).

Eine weitere Voraussetzung ist der Zeitpunkt des Eintritts in die PKV. Das Datum muss vor 2009 und damit vor der Einführung der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht liegen. Die Leistungen entsprechen etwa denen der gesetzlichen Krankenversicherung, allerdings sind Zusatzversicherungen und Selbstbeteiligung möglich.

Darüber hinaus kann es Probleme mit der Kostenerstattung geben, denn unter Umständen werden Arztrechnungen nicht in voller Höhe beglichen. In manchen Fällen verweigern Ärzte auch die Behandlung. Der Höchstbeitrag im Basistarif entspricht dem Höchstbeitrag der gesetzlichen Krankenkasse und orientiert sich an der jeweils gültigen Beitragsbemessungsgrenze.

Die Auswahlkriterien der PKV

Die Auswahlkriterien für die Aufnahme eines Neukunden unterscheiden sich bei den Anbietern von privaten Krankenversicherungen. Grundsätzlich brauchen Sie zu Informationen zu geben über eventuelle Zahlungssäumnisse bei vorherigen Versicherungen. Zusätzlich ist der Berufsstatus bzw. der Erwerbsstatus anzugeben. Auch müssen Sie eine Einwilligungserklärung unterschreiben, dass die Schufa befragt wird zur Beurteilung Ihrer Zahlungsmoral.

Kein Anbieter einer privaten Krankenversicherung darf einem Versicherten den Basistarif verwehren, wenn er älter als 55 Jahre ist. (FinanzTip, 12. Nov. 2019)

Die Schufa wird also immer befragt. Eine Unterscheidung bei den Ursachen, die zu einem negativen Schufa-Eintrag geführt haben, machen die Versicherer nicht. Selbst wenn die Antragsteller eine Sicherheit in Form einer Vorauszahlung des Halbjahresbeitrages anbieten, werden sie bei einer negativen Schufa-Abfrage in der Regel abgewiesen.

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