Jeder Arbeitnehmer kann von einem Verlust des Arbeitsplatzes betroffen sein. Die Gründe dafür sind vielfältig: Umstrukturierungen innerhalb des Unternehmens, schlechte Auftragslage, Insolvenz des Arbeitgebers u.v.m. Für die Betroffenen kommt die Entscheidung meist völlig überraschend und entsprechend groß ist die Finanzlücke, die ein Jobverlust in die Haushaltskasse reißt. Das Arbeitslosengeld I wird in einer Höhe von 60 Prozent des letzten Einkommens gezahlt, wenn Anspruch auf Kindergeld besteht, sind es 67 Prozent.

 

Finanzielle Engpässe sind vorprogrammiert

Wer unerwartet aus dem Berufsleben gerissen wird, muss sich mit der neuen Situation zunächst arrangieren. Das gilt zumindest für den Zeitraum, bis ein neuer Job gefunden ist. In der Praxis kommt ein Unglücksfall in der Regel nicht allein. Fällt in dieser Phase ein Haushaltsgerät wie der Kühlschrank oder die Waschmaschine aus, ist eine Autoreparatur nötig oder müssen Rechnungen beglichen werden, entsteht eine finanzielle Notsituation. Oft besitzen Arbeitslose nur unzureichende Rücklagen für Notfälle und sind früher oder später gezwungen, einen Minikredit aufzunehmen. Besonders belastend wird die Situation, wenn für die Jobsuche ein Pkw oder ein PC angeschafft werden muss. Wenn selbst das Zurückstellen von geplanten Anschaffungen nicht genügt, um den Finanzbedarf zu decken, kommt nur ein Darlehen infrage.

Zurückhaltende Kreditvergabe durch die Banken

Arbeitslose werden von den Banken generell als Risikogruppe eingestuft. Der Grund liegt im fehlenden monatlichen Einkommen, das für die Geldinstitute als Sicherheit für die pünktliche Ratenzahlung dient. Wenn Arbeitslose einen Kreditantrag stellen, prüfen die Bankmitarbeiter penibel die Bonität. Bereits bei kleineren Verfehlungen, die in der Vergangenheit zu einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit geführt haben, lehnen die Geldhäuser das Kreditgesuch ab. Doch auch bei einer makellosen Bilanz und uneingeschränkter Kreditwürdigkeit haben es Arbeitslose schwer, ein Darlehen oberhalb der 1000-Euro-Grenze zu erhalten. Besser sind die Aussichten, wenn es sich um einen Minikredit im dreistelligen Bereich handelt. In diesem Fall müssen die Antragsteller folgende Bedingungen erfüllen:

  • Volljährigkeit
  • Meldeadresse und Hauptwohnsitz in Deutschland
  • regelmäßiges Einkommen (im konkreten Fall der Bescheid der Agentur für Arbeit über den Bezug von Leistungen)
  • gute Bonität

Grundsätzlich sollte die Höhe des Arbeitslosengeldes I eine Grenze von 500 Euro nicht unterschreiten. Auch bei der Auszahlungsdauer schauen die Banken genauer hin. Sollte das Ende des Bezugszeitraumes vor dem Termin für die vollständige Rückzahlung liegen, stehen die Aussichten auf einen Minikredit schlecht. Kaum Hoffnungen auf ein Bankdarlehen dürfen sich Empfänger des ALG II (Hartz IV) machen.

 

Minikredit für Arbeitslose mit Bürgen

Gute stehen die Chancen auf einen Kredit für Arbeitslose, wenn ein zweiter Antragsteller mit einem geregelten Einkommen in den Vertrag aufgenommen wird. Dieser fungiert als Bürge und muss im Ernstfall die Zahlung der Kreditraten übernehmen. Das gilt für den Fall, dass der Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt und Gefahr läuft, mit der Ratenzahlung in Verzug zu geraten. Für die Bank bedeutet dieses Vorgehen eine Risikominimierung, denn der Bürge wird im Ernstfall bei der Rückzahlung des Darlehens in die Pflicht genommen.

Grundsätzlich sollte die Aufnahme eines Kredites bei Arbeitslosigkeit die absolute Ausnahme bleiben. Der Schritt in die Schuldenfalle ist ab diesem Zeitpunkt klein und nicht selten sind den Schuldnern die Kosten in der Folge über den Kopf gewachsen. Wenn sich die Kreditaufnahme nicht vermeiden lässt, sollte wenigstens die Darlehenssumme überschaubar sein. Das heißt: Niedrige Kreditsumme, umfassender Vergleich der Konditionen und keine Annahme von Lockangeboten, die auf reißerischer Werbung beruhen.